Um sich geliebt zu fühlen brauchen Frauen

  • dass der Partner ihnen zuhört und sich bemüht, ihre Gefühle zu verstehen, ohne gleich Ratschläge zu geben
  • dass der Partner ihnen Mitgefühl statt Lösungen anbietet
  • dass der Partner Unterstützung und Hilfe anbietet
  • dass der Partner an der Partnerschaft mit ihnen arbeitet
  • dass der Partner ihre Gefühle akzeptiert und nicht abwertet
  • dass er sie bei Stress über ihre Probleme und Gefühle reden lässt
  • das Gefühl, liebevoll behandelt, umsorgt und respektiert zu werden
  • das Gefühl, etwas Besonderes zu sein
  • das Gefühl, angehört und verstanden zu werden
  • das Gefühl, dass Rechte, Wünsche und Bedürfnisse akzeptiert werden und Vorrang vor denen des Mannes haben, er beispielsweise Absprachen nicht vergisst
  • das Gefühl, dass er sich um sie sorgt und ihnen seine Liebe immer wieder versichert
  • täglich Zeichen, Gesten und die verbale Bestätigung, geliebt zu werden
  • das Gefühl, in Entscheidungen miteinbezogen und nach der Meinung gefragt zu werden
  • ein langes Vorspiel, um sexuelle Erfüllung zu erleben
  • Schmusen, Kuscheln und innige Umarmungen
  • dass er auf Kleinigkeiten eingeht, die ihnen wichtig sind
  • das Gefühl, wichtiger als alle anderen behandelt zu werden (zuerst begrüßt werden), besondere Zuwendung zu bekommen und zwar als allererste.
    aus www.partnerschaft-beziehung.de

Interview zum Thema Paarberatung

mit David Luczyn Paarcoach Frankfurt

erschienen in:
Frauen-Spezial Mai 2005

In jeder Beziehung gibt es harmonische und eben weniger harmonische Zeiten. Ab wann jedoch ist es sinnvoll einen Paar-Berater hinzuzuziehen?

D.L. Wenn Konflikte regelmäßig eskalieren, sich wiederholen oder keine (Er-) Lösung in Sicht ist. Streit und Beziehungsstress kommen (nach der romantischen Verliebtheitsphase) in fast jeder Beziehung vor. Wichtig ist, dass man darüber redet. Da wir aber in der Regel dass konstruktive Streiten und Reden nicht gelernt haben, kann ein Coach sehr hilfreich sein, sowohl um die Basics zu vermitteln als psychische „Tretminen“ zu entschärfen. Dazu kommt, dass oft ungelöste Muster aus der Kindheit auf den Partner übertragen werden und dieser damit leicht überfordert ist.

Wie kann man seinen Partner davon überzeugen zu einer gemeinsamen Paarberatung zu gehen, wenn dieser absolut nicht möchte?

D. L.: Wenn dieser absolut nicht möchte, hat man erst mal schlechte Karten. Wer sich verweigert, hat in der Regel vor etwas Angst. Dies lässt sich herausfinden und mit Einfühlung lösen – auch ohne direkten Kontakt. Man kann dem Partner auch vorschlagen, selbst erst mal alleine zu gehen.

Falls es einer Frau nicht gelingt ihren Mann zu überzeugen, macht es dann auch Sinn alleine zu einer Paar-Beratung zu gehen?

Man kann natürlich erst mal alleine gehen, um sich über seinen Anteil am Beziehungskonflikt Klarheit zu verschaffen. In der Regel ist jeder mit 50% am Problem beteiligt. Hat man seinen Anteil geklärt, kann sich das an verändertem Verhalten bemerkbar machen, was wiederum Interesse und Neugier weckt.

Was sind Ihrer Erfahrung nach die häufigsten Beziehungs-Probleme?

Grundproblem ist meist die Kommunikation: die fehlende oder die einseitige oder die falsche Art. Dadurch sich nicht verstanden oder wahrgenommen fühlen mit seinen Bedürfnissen. Dies steht ganz oben. Männer haben oft Schwierigkeiten mit Gefühlen und insbesondere mit denen ihrer Partnerin. Sie sehen das Leben eher pragmatisch und sind lösungsorientiert. Frauen wollen aber gefühlsmäßig erlebt und verstanden werden und keine praktische Lösung. Sie verzweifeln an der „Gefühllosigkeit“ der Männer. Statt von den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu reden, werden diese dann in Vorwürfe und Bewertungen verpackt (du-bist-Botschaften), was wiederum zu Gegenvorwürfen führt – der Ping-Pong-Reigen ist somit eröffnet. Ein uneffektiver jede Beziehung killender Kreislauf.
Weitere Themen sind Sexualität, Eifersucht, Ängste, Abgrenzung.

Gibt es eine durchschnittliche „Beratungsdauer“? Oder variiert die Länge des Paar-Coaching von Paar zu Paar?

In der Regel 5-10 Sitzungen. Manche Paare gönnen sich ein regelmäßiges „update“ alle paar Monate. Ziel ist jedoch immer das Paar selbständig in der Konfliktlösung zu machen.

Gibt es auch Fälle, in denen Sie dem Paar raten sich zu trennen?

Als direkter Rat von mir nicht, aber als Konsequenz aus dem Klärungsprozess kann es vorkommen. Dann wäre das daraus resultierende Ziel eine Trennung im Guten zu erreichen.


David Luczyn ist Dipl.-Päd., Coach, Psychotherapeut (HP), Paarberater und Trainer für einfühlsame, gewaltfreie Kommunikation (nach Marshall Rosenberg)

Tel: 069 / 62 64 93. Praxiszeiten von 12-20 Uhr

Was ein Mann braucht, um sich geliebt zu fühlen ?

  • dass die Partnerin nicht ständig an ihm herumnörgelt, sondern ihn akzeptiert *
  • dass sie seine Kompetenz und Leistung schätzt und ihm Lösungen zutraut *
  • dass sie ihm sein Interesse für Sport, Hightech und Autos lässt *
  • das Gefühl, autonom zu sein und ohne fremde Hilfe zurechtzukommen die Erlaubnis, Probleme zunächst mit sich selbst auszumachen *
  • dass sie erst hilft, wenn er ausdrücklich darum bittet *
  • dass sie ihn bei Stress und Problemen sich zurückziehen und ihn in Ruhe lässt (Zeitungslesen, Fußball schauen, … ohne ihn mit ständigen Fragen „Du hast doch was“ zu nerven) *
  • das Gefühl, geschätzt und gebraucht zu werden *
  • seinen Freiraum und Vertrauen in seine Problembewältigungs-fähigkeiten, wenn er sagt: „Mir fehlt nichts. Es ist schon gut.“
  • dass sie seine Bemühungen anerkennt *
  • die Erlaubnis, sich ab und zu zurückziehen zu dürfen, um sich seine Autonomie und Unabhängigkeit zu bestätigen *
  • dass sie nicht fordert, er müsse über seine Gefühle reden *
  • das Gefühl, bewundert zu werden *
  • dass er bei Stress Lösung für Probleme anbieten kann, wenn Frau ihn um Rat fragt *
  • keine Vorhaltungen „Ich hab dir ja gesagt … Du weißt doch, dass …“
  • Vertrauen, Akzeptanz und Anerkennung statt Beschuldigung, Anzweifeln, Kritik und Verurteilung *
  • dass sie um Hilfe bittet und er die Freiheit hat, die Bitte abzulehnen * dass die Partnerin ihm für bestimmte Aktivitäten dankbar ist *
  • die Anerkennung, im Leben anderer eine positive Veränderung herbeizuführen *
  • dass sie an seine Fähigkeiten, Ehrlichkeit, Integrität, Zuverlässigkeit und Ernsthaftigkeit glaubt.

Um sich geliebt zu fühlen braucht ein Mann ..

  • dass die Partnerin nicht ständig an ihm herumnörgelt, sondern ihn akzeptiert *
  • dass sie seine Kompetenz und Leistung schätzt und ihm Lösungen zutraut *
  • dass sie ihm sein Interesse für Sport, Hightech und Autos lässt *
  • das Gefühl, autonom zu sein und ohne fremde Hilfe zurechtzukommen die Erlaubnis, Probleme zunächst mit sich selbst auszumachen *
  • dass sie erst hilft, wenn er ausdrücklich darum bittet *
  • dass sie ihn bei Stress und Problemen sich zurückziehen und ihn in Ruhe lässt (Zeitungslesen, Fußball schauen, … ohne ihn mit ständigen Fragen „Du hast doch was“ zu nerven) *
  • das Gefühl, geschätzt und gebraucht zu werden *
  • seinen Freiraum und Vertrauen in seine Problembewältigungs-fähigkeiten, wenn er sagt: „Mir fehlt nichts. Es ist schon gut.“
  • dass sie seine Bemühungen anerkennt *
  • die Erlaubnis, sich ab und zu zurückziehen zu dürfen, um sich seine Autonomie und Unabhängigkeit zu bestätigen *
  • dass sie nicht fordert, er müsse über seine Gefühle reden *
  • das Gefühl, bewundert zu werden *
  • dass er bei Stress Lösung für Probleme anbieten kann, wenn Frau ihn um Rat fragt *
  • keine Vorhaltungen „Ich hab dir ja gesagt … Du weißt doch, dass …“
  • Vertrauen, Akzeptanz und Anerkennung statt Beschuldigung, Anzweifeln, Kritik und Verurteilung *
  • dass sie um Hilfe bittet und er die Freiheit hat, die Bitte abzulehnen * dass die Partnerin ihm für bestimmte Aktivitäten dankbar ist *
  • die Anerkennung, im Leben anderer eine positive Veränderung herbeizuführen *
  • dass sie an seine Fähigkeiten, Ehrlichkeit, Integrität, Zuverlässigkeit und Ernsthaftigkeit glaubt.

Die Weisheit des Spiegels

Der Partner ist immer auch ein Spiegel für Projektionen und verdrängte eigene Anteile. Dies wird in folgendem Spiegelgesetz sehr schön deutlich:


1. Spiegelgesetz:
Alles was dich am anderen stört, ärgert aufregt, in Wut geraten lässt und was ich anders haben will, habe ich selbst in mir.

2. Spiegelgesetz:
Alles, was der andere an mir kritisiert, bekämpft und verändern will und was mich verletzt, betrifft mich – dies ist in mir noch nicht erlöst.

3. Spiegelgesetz:
Alles, was der andere an mir kritisiert und mir vorwirft, anders haben will oder bekämpft, was mich aber nicht berührt, ist sein eigenes Bild, sein eigener Charakter, seine eigene Unzulänglichkeit, die er auf mich projiziert.

4. Spiegelgesetz:
Alles, was mir am anderen gefällt, was ich an ihm liebe, bin ich selbst, habe ich selbst in mir und liebe dies im anderen. Ich erkenne mich selbst im anderen – wir sind in diesen Punkten eins.

Aus: Christoph Thomann, „Klärungshilfe 2“

Versöhnungsritual

Verletzungen in Beziehungen sind unvermeidbar. Leider wird vom Verletzten dem Anderen fast immer Absicht oder zumindest grobe Unsensibilität unterstellt. Dabei sind 85% solcher Kränkungen nicht bewußt oder mit Vorsatz passiert. Trotzdem belasten sie die Beziehung und können oft nicht losgelassen werden.

Es ist fast immer so, dass sich die unerquicklichen Auseinandersetzungen um Verletzungen daran aufhängt, dass der eine (direkt oder indirekt) sagt: „Du hast mich verletzt“ und der andere sagt: „Aber ich hab das doch gar nicht gewollt oder nicht so gemeint.“ Und daran entzündet sich dann der Streit aus Anschuldigungen und Rechtfertigungen. 

D.h. dass ganz entscheidend ist, klar zu machen, dass sein kann, dass du den anderen verletzt hast, auch wenn nicht deine Absicht war. Zur Konfliktbeilegung kommt es darauf an, dass du anerkennst, dass das, was du getan hast, den anderen verletzt hat, egal ob du es gewollt hast oder nicht. Das Anerkennen ist ein entscheidender Punkt. Es ist vielleicht der allerwichtigste Punkt. Anerkennen, dass ich gewollt oder ungewollt aus was immer für einer eigenen Problematik (oder Unbewußtheit) den anderen verletzt habe – und dafür die Verantwortung zu übernehmen.

Nachdem die Verletzung also ohne Vorwurf klar benannt ist, läßt sich das mit einem kleinen Ritual wieder auflösen:

Partner 1:
Ich höre und erkenne an, dass ich dich in der Vergangenheit (an dieser Stelle / mit dieser Verhaltensweise oder Aussage) verletzt habe, auch wenn es mir (damals) nicht bewusst war. Es tut mir leid und ich bedaure es!

Partner 2:
Ich sehe und höre, dass du anerkennst, dass du mich in der Vergangenheit verletzt hast und es dir leid tut. Ich nehme das an und es ist für mich jetzt in Ordnung! 
Ich bin bereit meine Verletzung loszulassen. Ich werde in Zukunft bei Auseinandersetzungen nicht mehr darauf zurückgreifen.

Lass uns befreit von dieser Last einen neuen Anfang machen.

Zitiert nach Hans Jellouschek
Buchtipp: Wie Partnerschaft gelingt, Spielregeln der Liebe, Herder, 7,- €

Die Praxis des Zwiegesprächs

Eine sehr bewährte und tausendfach erprobte Methode des kontrollierten Paardialoges ist das Zwiegespräch (nach Lukas Moeller). Es bietet sowohl den geschützten Raum, sich ohne Gegenrede und Rechtfertigungstiraden ausdrücken zu können als auch die sehr förderliche Praxis des „Zuhörens“ zu kultivieren.

Der Rahmen für ein gelingendes Zwiegespräch scheint so einfach, dass er oft nicht beachtet wird. Jedoch enthält er die Bedingungen, auf die es ankommt.

Kürzeste Anleitung:

1. Vereinbaren Sie gemeinsam einen Haupt- und einen Ausweichtermin von 1,5 Stunden Dauer pro Woche. (wahlweise 3 x je 10 Min = 1Stunde)

2. Setzen Sie sich im Zwiegespräch face á face gegenüber.

3. Das Thema lautet: Ich erzähle dir, was mich zurzeit am stärksten bewegt (oder die letzte Woche besonders bewegt hat) – sei es innerhalb oder außerhalb der Beziehung.

4. Schweigen und schweigen lassen, wenn es sich ergibt. Zwiegespräche sind kein Offenbarungszwang und kein Dialog.

5. Beachten Sie für das erste Jahr die Viertelstundenregelung: Die erste Viertelstunde hat der eine, die nächste der andere. Dann noch einmal ein doppelter Wechsel.

6. Pünktlich beginnen, pünktlich aufhören. Zwiegespräche nie verlängern oder verkürzen.

7. Bei sich bleiben – man hat in der Welt des anderen nichts zu suchen. Zuhören ist angesagt

8. Bildersprache: Erläutern Sie sich in kleinen, konkret erlebten Szenen.

Wenn Sie mit Ihrem/Ihrer Partner/in einen festen Termin und einen Ausweichtermin für das Zwiegespräch vereinbaren, beachten Sie dabei, dass keiner zu Gunsten des Zwiegesprächs auf irgendetwas verzichten muss. Wenn einer etwas für diesen Termin opfert, sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Denn dann erschweren Ungerechtigkeitsgefühle und Enttäuschungswut den Start der Gespräche.

Die Regelmäßigkeit der Gespräche ist das Geheimnis ihres Erfolges. So geht der unbewusste rote Faden nicht verloren. Jeder geht der Frage nach: „Was bewegt mich zur Zeit am stärksten?“ Es gibt kein anderes Thema im Zwiegespräch als das eigene Erleben. Einer erzählt dem anderen, wie er gerade sich, den anderen, die Beziehung und sein Leben erlebt. Die Partner tauschen sozusagen Selbstporträts aus. Benutzen Sie dabei die Bildersprache. Sprechen Sie in kleinen konkret erlebten Szenen.


Quelle> Lukas Moeller 
Die Wahrheit beginnt zu zweit – Das Paar im Gespräch

Tb: 280 Seiten, € 8,90, Verlag: Rowohlt 
ISBN-10: 3499603799 >> gleich bei Amazon bestellen

Das Geheimnis zum Glück

Eine berührende Geschichte, wie Wertschätzung und 
Konzentration auf das Positive eine Beziehung verändern kann.

Larry und Joann waren ein gewöhnliches Paar. Sie lebten in einem gewöhnlichen Haus in einer gewöhnlichen Straße. Wie jedes andere gewöhnliche Paar bemühten sie sich, durchzukommen und das Richtige für ihre Kinder zu tun. Sie waren noch auf eine andere Art gewöhnlich – sie hatten ihre Zänkereien. Viele ihrer Gespräche drehten sich darum, was in ihrer Ehe falsch und wer daran schuld war. Bis zu dem Tag an dem ein höchst ungewöhnliches Ereignis stattfand.

„Weißt du, Joann, ich habe eine Zauberkommode. Immer, wenn ich sie öffne, ist sie voller Socken und Unterwäsche“, sagte Larry. „Ich möchte dir danken, dass du sie alle diese Jahre gefüllt hast.“
Joan starrte ihren Mann über ihre Brille hinweg an. „Was willst du Larry?“
„Nichts. Ich möchte dich nur wissen lassen, dass ich diese Zauberkommode zu schätzen weiß.“
Dies war nicht das erste Mal dass Larry etwas Sonderbares getan hatte also vertrieb Joan diesen Vorfall aus ihren Gedanken – bis zu einem Moment ein paar Tage darauf.
„Joann, danke, dass du diesen Monat so viele richtige Schecknummern in das Hauptbuch eingetragen hast. Du hast 15 von 16 Nummern richtig eingetragen. Das ist ein Rekord.“ 
Ungläubig, dass sie richtig gehört hatte sah Joann von ihrer Flickarbeit auf. „Larry, du beklagst dich immer, dass ich die falschen Schecknummern aufschreibe. Warum hörst du jetzt damit auf?“
„Kein besonderer Grund. Ich wollte dich nur wissen lasen, dass ich deine Mühe zu schätzen weiß.“ Joan schüttelte den Kopf und wandte sich wieder ihrer Flickarbeit zu. „Was ist in ihn gefahren?“ murmelte sie leise.

Trotzdem, als sie am nächsten Tag im Supermarkt einen Scheck ausschrieb, warf sie einen Blick in ihr Scheckbuch, um sich zu vergewissern, dass sie die richtige Schecknummer eingetragen hatte. „ Warum kümmere ich mich auf einmal um diese dummen Schecknummern?“ Sie versuchte den Vorfall nicht zu beachten aber Larrys seltsames Verhalten steigerte sich.
„Joann, das war ein großartiges Abendessen“ sagte er eines Abends. „Ich weiß deine ganze Mühe zu schätzen. Ich wette, in den letzten 15 Jahren hast du über 14 000 Mahlzeiten für mich und die Kinder zubereitet.“
Und dann: „Mensch, Joann, das Haus sieht toll aus. Du hast sicher schwer gearbeitet, dass es so gut aussieht.“ Und: „Danke, Joann, dass du einfach du bist. Ich genieße deine Gegenwart wirklich.

Joann begann sich Sorgen zu machen. „Wo ist der Sarkasmus? Die Kritik?“ fragte sie sich.
Ihre Sorge, dass etwas Eigenartiges mit ihrem Mann geschah wurde durch die 16 jährige Shelly bestätigt, die klagte: „Dad ist übergeschnappt, Mom. Er hat mir gerade gesagt, dass ich hübsch aussehe. Bei all dem Make-up und den schlampigen Kleidern hat er es trotzdem gesagt. Das ist nicht Dad, Mom. Was stimmt mit ihm nicht?“

Was auch immer nicht stimmte, Larry hörte nicht damit auf. Tagein, tagaus, fuhr er fort sich auf das Positive zu konzentrieren. Als die Wochen vergingen, begann Joann sich an das ungewöhnliche Verhalten ihres Mannes zu gewöhnen und sagte ihm sogar gelegentlich ein widerwilliges „Danke“. 
Sie rühmte sich spielend mit allem fertig zu werden, bis eines Tages etwas so Eigenartiges passierte, dass sie völlig aus der Fassung geriet. „Ich möchte, dass du eine Pause machst“; sagte Larry. „Ich werde das Geschirr abwaschen. Also nimm deine Hände von der Bratpfanne und verlass die Küche.“
(Sehr lange Pause) „Danke, Larry. Ich danke dir sehr!“

Joann´s Schritte waren jetzt ein bisschen leichter, ihr Selbstvertrauen größer und ab und zu summte sie ein Lied. Ich mag Larrys seltsames neues Verhalten eigentlich recht gerne“, dachte sie.
Das wäre das Ende der Geschichte, wenn nicht eines Tages ein weiteres höchst ungewöhnliches Ereignis stattgefunden hätte. Dieses Mal war es Joann die sprach.
„Larry“, sagte sie, „ich möchte dir danken, dass du seit all diesen Jahren zur Arbeit gehst und für uns sorgst. Ich glaube nicht, dass ich dir jemals gesagt habe, wie sehr ich es zu schätzen weiß.“

Larry hatte nie den Grund für seinen grundlegenden Wandel verraten, so sehr auch Joann auf eine Antwort drängte. Und so wird es wahrscheinlich eines der Geheimnisse seines Lebens bleiben. Aber es ist eines, mit dem zu leben ich dankbar bin. Sehen sie, ich bin Joann.

Joann Larsen

aus: „Hühnersuppe für die Seele „ – Geschichten, die das Herz erwärmen, Jack Canfield (Goldmann Tb)

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Als ich mich selbst zu lieben begann…

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

Charlie Chaplin
an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

Die 6 Phasen einer Partnerschaft

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als Sie Ihren Partner kennen lernten, an die Zeit der Verliebtheit und des gegenseitigen Werbens? An die Zeit, als Sie es kaum erwarten konnten, ihm zu begegnen, und ihm unendlich viel zu erzählen hatten? Wieviel Zeit ist seitdem vergangen. Konnten Sie sich einen Hauch dieser Gefühle über die Jahre hinweg erhalten? Wenigstens ab und zu? Dann ist das wunderbar. Wenn nicht, können Sie vielleicht ein klein wenig davon zurückerobern.

Bei vielen Paaren kommt es im Laufe der Jahre dazu, dass man sich anödet, streitet oder still vor sich hin leidet. Ab und zu solche Phasen zu erleben, das ist noch nicht so bedrohlich. Als Dauerzustand hat es jedoch negative Auswirkungen auf den Körper und die Seele. Überhaupt müssen wir uns vom Bild des Märchenprinzen, der uns ins Paradies führt und für ein immerwährendes Glücksgefühl sorgt, verabschieden. Sicher haben Sie diese Kenntnisse auch über all die Ehejahre gewonnen. Die Partnerschaft verläuft in verschiedenen Phasen.

Die amerikanische Ehetherapeutin Liberty Kovacs unterscheidet 6 deutlich voneinander abzugrenzende Etappen in einer Partnerschaft. Jedes Paar braucht unterschiedlich lang, um bis zu Phase 6 zu kommen. Manche Paare machen dazwischen Rückschritte oder verharren in einer Phase, so dass sie nie zur Phase 6 gelangen.


1. Schwärmerei

Beide Partner betrachten sich als ideal, entdecken Gemeinsamkeiten, sind bereit, sich auf den anderen einzustellen und ihm seine Wünsche zu erfüllen. Verliebtheitsgefühle und Sehnsucht nach Nähe herrschen vor. „Hauptsache mit dir zusammen sein“, ist die Grundhaltung.

2. Erwartungen

Verschiedenheiten und Schwächen treten zutage. Die Partner beginnen, sich wieder mehr um ihre Interessen zu kümmern. Die Alltagspflichten rücken in den Vordergrund. Gefühle der Enttäuschung treten auf.

3. Machtkampf

Jeder versucht, den anderen zu verändern, ihn nach seinen Erwartungen zu formen. Vorwürfe, Misstrauen, Wut, Schuldzuweisungen treten auf.

4. Verflixtes 7. Jahr (muss nicht mit dem tatsächlich 7. Jahr nach Heirat identisch sein)

Einer oder beide Partner verspüren den Drang, die Partnerschaft aufzugeben. Sie fühlen sich vom Partner eingeengt.

5. Versöhnung

Die Partner finden allmählich wieder zueinander. Sie erkennen, dass der jeweilige Partner nicht unbedingt den eigenen Erwartungen gerecht werden muss.

6. Akzeptanz

Beide Partner haben ein Gleichgewicht zwischen Nähe und Selbständigkeit entwickelt. Sie genießen ihr Zusammensein und nehmen den anderen an, wie er ist.

Dieses Modell macht deutlich, dass Krisen und Unzufriedenheit ganz normale Erscheinungen in einer Partnerschaft sind. Jeder einzelne Partner muss sich weiterentwickeln. Außerdem führen auch äußere Umstände wie etwa die Berentung oder der Auszug der Kinder dazu, dass man sich neuen Lebenssituationen anpassen muss.